ALLTAGSKÜCHE ESSEN REZEPTE

Zuhauseglück.

9. April 2012
Genuss_sucht_Zuhauseglück

Nein, ich habe nicht – wie auf einigen Seiten vermutet – aus Gründen der unbändigen Vorfreude im Affekt meine Koffer gepackt und bin frühzeitig nach Lyon abgereist. Vielmehr habe ich eine schöne Woche lang Urlaub gemacht. Den hatte ich mir nach den vergangenen Wochen auch redlich verdient. Die Familie stopfte mich samt Gummistiefeln und einer ordentlichen Tasche Outdoorkleidung in die letzten Nischen des vollgepackten Autos und wir fuhren auf eine holländische Insel – nun gut, bis zum Fährableger. Ab dort mussten alle Taschen getragen und gerollt werden.

Die Insel begeisterte zum Aprilanfang mit wechselhaftem Sonne-Regen-Wind-Wetter, Temperaturen zwischen 4 und 7 Grad und vor allem mit einer sehr unaufgeregten Ruhe. Mein Tagesrhythmus musste sich erst einmal an die Familienzeiten anpassen. Nichte und Neffe standen zwischen 5 und 6 Uhr morgens parat zum  spielen und lediglich der Umstand, dass der Bäcker erst um 8 Uhr öffnete, konnte deren Frühstückshunger noch bis spätestens 8.30 Uhr hinauszögern. Eine Zeit, zu der ich sonst höchstens eine Tasse Milchkaffee in der Hand halte und keinen Gedanken an Essen verschwende. Die Tage staffelten sich in Abfolgeketten aus Essen – Rausgehen/Radeln/Laufen – Essen – Spielen – Essen – Rausgehen/Radeln/Laufen – Essen – Schlafen. Ab und an wurde mal eingekauft im einzigen Supermarkt der Insel, um die Grundversorgung zu sichern. Der kühle Wind, den wir uns um die Nasen wehen ließen, brachte mir am Ende zwar eine ordentliche Erkältung ein, die ich als Souvenir mit nach Hause gebracht habe, aber er wehte auch Stress und Chaos der Wochen vor dem Urlaub davon. So verabschiedeten wir uns am Ostersonntag sehr entspannt und bei strahlender Sonne von der Insel.

Kulinarisch gesehen war die Urlaubswoche kein Highlight – Ferienhausküchenausstattung, Lebensmittelverfügbarkeit, Supermarktöffnungszeiten und Kindergelüste setzten viele natürliche Grenzen, die sich kaum überwinden ließen. Wir hielten uns also an einfache Alltagsküche, die sich mit vorhandenen Mitteln kochen ließ. Mein Brötchen- und Brothunger sollte für die nächsten zwei Wochen erst einmal komplett gestillt sein. Umso mehr freute ich mich trotz Urlaubsende und Familienabschied auf das, was in den nächsten Wochen folgt. Denn mit dem Urlaub verstrich auch eine weitere Zeiteinheit auf dem Weg nach Lyon. Zuhause erwarteten mich Katze und die wohl gemütlichste Couch der Welt, mit denen ich den Rest des Abends verbrachte bis ich selig ins eigene Bett fiel.

Noch gewöhnt an den Familienrhythmus wachte ich heute um 8 Uhr auf und wunderte mich, warum es noch nicht längst nach Kaffee und Frühstück roch. Achso – zuhause. Der Blick in den Kühlschrank offenbarte zwar Obst und Gemüse, das die liebreizende Katzensitterin aus meiner Biokiste, die ich für die Woche vergessen hatte abzubestellen, in den Kühlschrank geräumt hatte, aber keine frischen Frühstückszutaten wie Joghurt und Quark, nach denen es mir gelüstete. Glücklicherweise ist mein Gefrierschrank ein bewährter Fundus für kleine Köstlichkeiten und so fiel mein Blick auf eine Packung gefrorener Blaubeeren, welche die Rettung aus der Tiefkühltoast-mit-Marmelade-Misere boten. Mit großer Vorsicht hatte ich von der Insel die letzten zwei rohen Eier im vollgestopften Rucksack nach Hause transportiert, die mir am Ostermontag das ausbleibende Frisch-Frühstück wenigstens in großes Zuhauseglück verwandeln konnten. Kurze Zeit später landeten somit köstliche, fluffig-helle Pfannkuchen mit Blaubeeren auf dem Teller.

Heute werden erst einmal die liebsten Menschen abtelefoniert und der Tag ruhig zuhause zelebriert. Denn Ankommen ist immer eine feine Sache. Und morgen steht dann endlich wieder der beruhigende Marktgang auf dem Zettel, bevor alle anderen Pläne angegangen werden. Die letzten 3,5 Wochen bis Lyon wollen genossen werden. Und ich kann kaum glauben, wie schnell auf einmal die Zeit dahin rennt. Aber heute genieße ich erstmal was ist. Habt einen schönen Ostermontag!

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PFANNKUCHEN MIT BLAUBEEREN

Zutaten für 1 Person:
1 Ei
100 g Mehl
25 ml Mineralwasser (mit Kohlensäure)
100 ml Milch
40 g Zucker
1 Messerspitze Vanillepulver (oder ein paar Tropfen Vanilleessenz)
2-3 EL Blaubeeren (oder andere Beeren oder Äpfel)
1 TL Butter
Puderzucker zum bestreuen (oder Zimtzucker)


Vorbereitungen:

Ei trennen. Eiweiß schaumig schlagen.

Und los geht’s:

Eigelb, Mehl, Mineralwasser, Milch und Zucker mit einem Schneebesen kräftig verrühren, sodass ein glatter, klümpchenfreier Teig entsteht. Anschließend Eiweiß vorsichtig unterheben. Butter in einer heißen (am besten antihaftbeschichteten) Pfanne zerlassen.

Ich bevorzuge meine Pfannkuchen hell und fluffig, wenn sie mit Beeren sind. Daher gebe ich eine Kelle Teig in die Pfanne, streue die Beeren darüber, lege einen Deckel auf, der kleiner als die Pfanne ist, sodass er den Pfannkuchen nicht berührt, ihn aber dennoch eng umschließt. So stockt die Hitze den Pfannkuchen auch von oben, bevor er auf der Unterseite zu dunkel wird.

Für Pfannkuchen ohne Beeren, pur oder mit Apfel, brate ich den Teig von beiden Seiten an bis er goldgelb ist. Besonders lecker werden die Apfelpfannkuchen, wenn dicke Apfelscheiben zuerst karamellisiert werden, bevor der Teig aufgegossen wird und der Pfannkuchen von beiden Seiten brät.

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1 Comment

  • Reply Götz 2. August 2013 at 14:04

    Hallo Steffi,

    endlich hab ich zeit, auf deiner kulinarischen seite etwas zu stöbern 😀
    dein rezept für die blaubeer-pfannekuchen werde ich demnächst mal testen.
    Habe aber noch unseres vom letzten montag in erinnerung. und den sehr leckeren weißwein, den du netterweise mitgebracht und hervorragend ausgesucht hast… 🙂 (in erinnerung schwelg.)
    würde mich freuen, dich mal in hamburg zu treffen.
    Genieß die sonne.
    Viele liebe grüße aus frankfurt,
    Götz

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