ALLTAGSKÜCHE REZEPTE

Sommerlicher Brousse au Miel

24. August 2014
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Vor einigen Tagen schwärmte ich mit den schillerndsten Worten von der verführerischen Melon Charentais, eine meiner liebsten Gourmandises Françaises des Sommers. Sie schmeckt pur schon außergewöhnlich gut und charaktervoll, ist aber durch ihr intensives Aroma auch ein guter Sparrings-Partner für allerlei Rezepte, von Drinks über Desserts bis hin zu süß-salzigen Kombinationen.

Wie ich sie mit grasigem Salat, Zitrone und Goldmelisse vermähle habe ich bereits hier verraten, aber das war noch lange nicht das Ende meiner Experimentierfreude. Denn auch mit Käse ergänzt such die Melon Charentais bestens. Besonders die feine Säure und dezente Salzigkeit von frischem oder jungem Käse steht ihr sehr gut, weil sie ihre ausgeprägte Süße ausgleicht.

In Frankreich gibt es in dieser Käsestufe-Kategorie ein bisschen mehr Auswahl als in Deutschland, deshalb fiel mir sofort ein, womit ich meine Charentais paaren würde. Ein Brousse musste her. Brousse bitte wie, bitte was? An dieser Stelle sei nur so viel erklärt: Brousse ist ein Frischkäse, der meist aus Ziegen-, manchmal aber auch aus Schafsmilch hergestellt wird.

Diesmal verwendete ich einen Ziegen-Brousse, den ich direkt beim provençalischen Markteinkauf einem lokalen Bio-Produzenten mit eigener Herde abgeluchst hatte. Frisch bekommt man ihn, ähnlich der Faisselle (eine Stufe irgendwo zwischen Quark und Frischkäse), in kleinen Töpfchen mit gelochten Innenbechern, die von der abgetropften Molke umgeben sind. Sein Geschmack ist frisch und leicht säuerlich. Genau richtig, um der Charentais Leben einzuhauchen.

Brousse au Miel ist ein klassisches französisches Dessert, aber mir gelüstete es weniger nach einem Dessert als nach einer Vorspeise. Also kräuterte ich den Honig ordentlich, fügte Salz und etwas Pfeffer hinzu et voilà: fertig! Genau genommen macht sich dieser Brousse natürlich nicht nur als Vorspeise gut, sondern auch als Zwischengang, kleiner Snack, sommerlicher Nachmittagsspaß oder eben auch zum Dessert. Denn frisch und cremig, sauer und süß lässt sich immer essen. Vielleicht noch ein Scheibchen knusprig gebratener Schinken drüber, ein paar Salatblättchen darunter… ach, dieser Brousse und diese Charentais lassen so einiges mit sich anstellen. Vielleicht mag ich sie beide gerade deshalb so gern.

Ob es euch da genauso geht, lässt sich mit diesem kleinen und unglaublich schnell zubereiteten Teller auch ebenso schnell herausfinden. Falls ihr keinen Brousse beim gut sortierten Käsefachmann oder im Frankreich-Urlaub findet, dann lässt er sich natürlich mit anderen Frischkäsen von Schaf oder Ziege ersetzen. Das wird zwar nicht das gleiche Geschmacksspektakel, aber bestimmt trotzdem ein leckeres.

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Brousse et Charentais au Miel

Für 4 kleine Vorspeisen:

1/2 Charentais Melone
4 Töpfchen Brousse (alternativ Faisselle, aber auch Schafs- oder Ziegenfrischkäse passt)
4 EL Honig
1 großer Zweig Rosmarin
1 TL Lavendelblüten
Fleur de Sel
Weißer Pfeffer

Melone entkernen, schälen und in sehr feine Würfel schneiden. Dabei den Saft auffangen und dann zusammen mit den Würfeln in einer Schüssel beiseite stellen.

Die Nadeln des Rosmarinzweigs abstreifen und sehr fein hacken. Lavendelblöten im Mörser zerreiben.

In einem kleinen Topf Honig erhitzen bis er dünnflüssig wird, dann den Rosmarin und Lavendel zufügen und 10 Minuten darin aromatisieren. Nochmals kurz erhitzen und Honig mit der Melone vermischen. Mit einer kräftigen Prise Fleur de Sel und einer winzigen Prise weißem Pfeffer abschmecken.

Brousse ggf. aus der Molke heben und kurz abtropfen lassen. Melonenwürfel auf dem Teller anrichten, Brousse darauf stürzen, mit dem Melonensud beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen.

Bon Appétit!

PS: Wer den Lavendel feiner und subtiler mag, mörsert einfach die Lavendelblüten mit 1 TL grobem Meersalz zu feinem Pulver und streut einen Hauch davon über das Gericht (dafür weniger Fleur de Sel).

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