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Neues entsteht – eine Liebesgeschichte

12. November 2014

Die Worte, die nun folgen werden, sollten ursprünglich schon viel früher veröffentlicht und von euch gelesen werden. Aber irgendwie schaffte ich es nicht, all die passenden Buchstaben dafür zu finden in dem arbeitsamen Tatendrang, der mich nicht erst seit ein paar Wochen umspült. Und wie es so ist mit den Ideen, die von Herzen kommen, und dem stetigen Wandel, der das Leben so wunderbar unvorhersehbar macht, gesellten sich im Laufe der Zeit weitere Ideen, Inspirationen und Menschen zu meinem Vorhaben und machten aus einer großen Idee eine noch größere Idee. Der Lauf der Dinge, die wachsen möchten.

Sie sammeln auf dem Weg alles ein, was ihnen vor die Füße fällt, und auf einmal hat man keinen Schneeball in der Hand sondern einen Schneemann. Da steht er nun, der Schneemann, der eigentlich nur ein Schneeball werden sollte. Während ich noch hektisch umher rennend Rüben und Knöpfe suche, die ich ihm als endgültiges Gesicht anstecken kann, ist er aus der Ferne längst als Schneemann erkennbar.

Genau deshalb erzähle ich euch auch heute schon davon, noch bevor er ganz fertiggestellt ist. Denn ehrlich gesagt weiß ich schon jetzt nicht mehr, wo ich eigentlich am besten genau anfangen soll, wenn ich erklären möchte woraus alles entstanden ist. Es steckt ganz tief im Herzen der Sache und ist fein umwoben von einem Ideen- und Gedankengeflecht. In meiner Wahrnehmung ist alles längst eins, vielleicht braucht es auch gar keine lang ausgeholte Entstehungsgeschichte mehr.

Doch es ist an der Zeit, all die Teaser mit Details zu befüllen, ihnen die Mütze der Tatsachen aufzusetzen und endlich das Gespenst der Andeutungen mit einem schillernden Umhang zu kleiden. Genug der bedeutungsschwangeren Tweets und Instagram Nachrichten, der stotternden Worte und der unendlichen Gedankenschleife an Formulierungen, die sich durch alle Gehirnwindungen bohrte.

Ein kleines bisschen möchte ich trotzdem ausholen, ein wenig Hintergrund beifügen zum Warum und Wieso. Wie ihr wisst, hat sich bereits im letzten Jahr Vieles verändert in meinem Leben. Der Wein hat mich heimgesucht, umarmt und schrittweise mit auf eine Reise genommen, die ich gar nicht geplant hatte. Ich zögerte nicht einen Moment und folgte ihm. Immer mal wieder blitzten hier im GenussSucht Blog Momente dieser Reise auf, erzählten vom Vorwärtsgehen, vom Weiterentwickeln, meiner Zeit in den anfänglichen Kursen des WSET und vom großen Abenteuer der kleinen Schlückchen und umwerfenden Aromen.

Der Wein hat mir Aufgaben gestellt, für die ich mich mehr besinnen, mehr konzentrieren, mehr herausfordern aber auch noch mehr Feinsinn entwickeln musste als ich es mir schon zuvor zuschrieb. Er tut es noch immer und – wie ich mit jedem einzelnen Schritt und Schluck feststelle – wird das noch viele Jahre, ja wahrscheinlich sogar ein ganzes Leben lang so weitergehen. Die Flaschen haben mir beigebracht, das in ihrem Inneren nicht nur Flüssigkeiten und Schlückchen, sondern gleich ganze Welten wohnen. Je mehr ich mich diese Welten einließ und immer wieder einlasse, umso mehr Rätsel geben sie mir auf. Ich höre mit gebannter Faszination zu, übe mich in Geduld und bin zutiefst verknallt in die Lektionen, die sie diktieren.

Was nun klingen mag wie die Ode eines Trinksüchtigen an sein Rauschmittel, ist jedoch in diesem Fall die Ode einer Genusssüchtigen an ihr Lebenselixier. Hier geht es nicht nur um den Wein, es geht um eine ganzes Universum an geschmacklichen Nuancen. Es ist eine große Liebesgeschichte zwischen mir und all dem Feinstofflichen.

Neben den kleinen Weinexkursen im Blog, die wohl eher punktuelle Zeitzeugen meiner Entwicklung als lückenlose Dokumentarberichte sind, hegte ich schon lange den Wunsch, meine neue Liebe mit der alten Liebe zu verknüpfen und sie zu etwas Größerem zu vermählen. Vielleicht auch deshalb, weil für mich Wein und Kulinarik nicht zwei Welten sind, sondern eine zusammengehörende. Ab und an zog ich die Anregungen von anderen Seiten in Betracht, den Wein intensiver in den Blog zu integrieren, und grübelte tage-, manchmal auch wochenlang über eine mögliche Lösung. Doch mein Gefühl sagte am Ende immer „Nein!“: GenussSucht sollte nicht zu einem Weinblog werden, auch nicht zu einer Quelle der Fachsimpelei. Dafür habe ich andere Plattformen. Warum ich diese große Liebe nicht in meinen mittlerweile fast alteingesessenen Blog integrieren wollte, konnte ich mir jedoch lange selbst nicht erklären.

GenussSucht bedeutet mir viel. Denn meine GenussSucht ist mehr als ein Blog. Sie ist mein persönliches Streben, meine Wanderschaft durch die Welt, mein Staunen, Wachsen und Verändern, mein Feinsinn und mein Entdeckergeist. GenussSucht ist persönlich, emotional, neugierig, veränderlich und immer erfahrungswillig. Im heimeligen Körbchen dieser GenussSucht kann ich denken und philosophieren, spinnen und schimpfen, schwärmen und schweigen, sein, aber vor allem auch sein lassen – ganz, wie es mir beliebt. GenussSucht ist subjektiv und im steten Fluss, mal mit im Stakkato brechenden Wellen, mal mit sanft ruhender Oberfläche. So, wie es jede Sucht ist. Sie verändert sich, schwingt sich in Höhen, schweigt sich manchmal aus und plappert ein anderes Mal fröhlich vor sich hin. Sie ist mein Ventil für all das, was ich mit meinen Sinnen erlebe.

Es sind all diese Aspekte meiner GenussSucht, die mich zögern ließen und meinem Gefühl schnell verrieten, dass das, was gerade in Gedanken heranreifte, größer war als meine persönliche, spielerische GenussSucht. Das Neue war objektiver und erzählerischer, gänzlich unabhängig von meinen Launen, reifer und fokussierter, abwägend und größere Zusammenhänge betrachtend. Es wusste genau, was es will und wie es sich präsentieren möchte. Es entstand nicht in kleinen, intuitiven Schritten aus der Mitte heraus wie GenussSucht, sondern kehrte in akribischer Gedankenarbeit viele Puzzleteile und Wünsche unter einem Dach zusammen, auf dass sie endlich alle einen Raum in meinem Leben finden würden. Einen Raum, in dem sie wirken können, mit all dem Platz, den sie benötigen um sich auch weiterhin zu entfalten. Ich bin froh, dass ich beharrlich meinem Gefühl folgte.

Entgegen mancher Vorwürfe, ich spränge vom Einen zum Anderen, habe ich mich unbeirrt durch das Dickicht meines persönlichen Puzzles begeben und zusammengesucht, was für mich zusammengehört. Herausgekommen ist dabei etwas, das auf den ersten Blick, den ersten Namen und das erste Gesicht sofort Familienzüge verrät. Es ist frankophil angehaucht (wie alles, was ich mache), selbstbewusst und wohl erzogen, feinsinnig und unendlich neugierig.

Das Kind hat einen Namen. Sogar einen ziemlich erwachsen klingenden für so ein junges Ding:

 

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Unter gouttes & goûts werde ich in Zukunft nicht nur über Wein, sondern über allerlei Schlückchen, Tröpfchen, Geschmäcker und Aromen berichten. Es ist kein weiterer Blog, der sich eines festgelegten Themas bedient, sondern ein Online Magazin als Plattform kulinarischer Entdeckungen. Zusätzlich zu den auf der Magazin-Website erscheinenden Artikeln wird es ein regelmäßig erscheinendes e-Magazin geben, dessen Ausgaben geschmackliche Portraits zeichnen werden: von Charakteren, Besonderheiten, Produkten, kulinarischen Spezialitäten und anderen außergewöhnlichen Details.

gouttes & goûts wird seine Leser dabei immer mit auf Reisen mitnehmen: in Regionen und an Orte, deren Geschmacksbild so spannend, facettenreich, charakteristisch und entdeckungswert sind, dass ich ihnen nicht mehr mit nur einem einzigen GenussSucht Blogartikel gerecht werden, sondern ihr aufregendes Spektrum aus Stilen und Aromen mit gouttes & goûts ausgiebiger zelebrieren möchte.

In meinen eigenen Erfahrungen habe ich gelernt, dass ich Typizitäten und Stile erst dann wirklich verstehe und mich für sie begeistere, wenn ich ihre unterschiedlichen Gesichter kennenlerne. Ein Chablis beispielweise ist nicht mit einem (wenn auch vielleicht sehr typischen) Degustationsschluck einer exemplarischen Flasche erklärt, sondern erst seine Herkunft und Entstehung und seine stilistische Bandbreite machen ihn zu dem Charakterschluck, der mich mitreißt und manchmal auch überwältigt. Das gilt nicht nur in Bezug auf Wein, sondern hat auch für andere Themen Gültigkeit. Zu der Faszination, die ich gerne weitergeben möchte, gehört das grundlegende Wissen über Stile und Qualitäten genauso wie die Kenntnis um Land, Leute und – wie sollte es auch anders sein – Leckereien.

Es wäre sicher nicht mein Werk, würde ich nicht all das zusammenbringen, was ihr in Einzelteilen schon aus meiner GenussSucht Welt kennt: Essen, Wein, Genuss, Reisen, Begeisterung. Schließlich dreht sich meine Welt um die ganze Skala der Sinne und Geschmäcker. gouttes & goûts wird sie lediglich ein Stück erweitern und intensivieren.

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Wer nun schon einen Zwischenabstecher zur gouttes & goûts Website gemacht hat, wird wohl enttäuscht festgestellt haben, dass es dort noch nicht sehr viel zu sehen gibt. Das ist wahr, denn wie vor vielen Absätzen erwähnt, suche ich gerade noch nach Rüben und Knöpfen für den Schneemann. gouttes & goûts launcht erst in Kürze. Ihr müsst also noch gute zwei Wochen aushalten, bevor es eine Website zu sehen gibt. Fühlt euch geehrt, dass ich das Geheimnis trotzdem schon mit euch teile. Ohne euch als Leser wären meine kulinarischen Eskapaden schließlich erst gar nicht so weit gediehen. Ich bin euch unendlich dankbar für all das.

Wem das nicht genug ist, der kann sich bereits jetzt in den E-Mail-Newsletter von gouttes & goûts eintragen. Dann erfahrt ihr gleich als Erste von allen Neuigkeiten und Veröffentlichungen.

Mit diesem neuen Projekt möchte ich etwas schaffen, das mir als Anfänger stets gefehlt hat, sowohl bei meinem unbeholfenen Heranpirschen an die Kulinarik vor vielen Jahren als auch bei meinen Erstlingsschritten in der Weinwelt: während alle von den großen Spezialitäten erzählten und sich dabei hinter angeberischen Fachtermini und skandalös teuren Produzentennamen versteckten, wollte ich gerne zur Orientierung erst einmal einen Einblick bekommen und mir eine eigene Meinung bilden. Ich wünschte mir in verständlichen Worten zu erfahren, welche Faktoren ausschlaggebend sind für Qualitäten, welche Besonderheiten eine bestimmte Region ausmacht, warum man bestimmte Weine mögen muss (weil so viele davon schwärmen) oder ihnen einen zweite Chance geben sollte, obwohl man zum Beispiel schon seit ewig und 3 Tagen keinen Chardonnay mag, wie und wozu man sie genießt und in welchen Situationen sie die Momente erzeugen, von denen all die schwärmerischen Erzählungen handeln.

Ich wünschte mir immer, jemand nähme mich an die Hand und bugsierte mich in einem roten Doppeldeckerbus und mit größtmöglicher Sachkenntnis durch die schmeckenswertesten Ecken des Köstlichkeitenuniversums wie ein Stadtführer eine Touristengruppe durch die sehenswertesten Ecken einer Stadt führt. Ich stand lange an den Haltestellen, aber der Bus kam nicht. Deshalb machte ich mich vor einigen Jahren selbst auf den Weg, diese Ecken zu finden und bin bis heute noch immer unterwegs.

Viele dieser Entdeckungen nehmen viel Zeit in Anspruch, wenn man ihnen selbst auf den Grund gehen möchte. Aber ganz ehrlich: sind wir nicht alle hier auf dieser Welt um unsere Zeit für genau die Dinge einzusetzen, die wir am meisten lieben und schätzen? Genau. Deshalb widme ich all meine Zeit diesen Entdeckungen, denn ihre Rätsel leiten mich nach jeder gefundenen Antwort zu neuen Fragen und Orten – und das gefällt mir außerordentlich gut.

Es gibt eine philosophische Dimension hinter all diesem Streben, auch eine praktische, vor allem aber eine allumfassend genussreiche: wer sich durch die Welt schmeckt, der reist im Geiste. Selbst dann, wenn er sich keinen Zentimeter von der Stelle bewegt. gouttes & goûts ist für Feingeister und aufgeschlossene Genießer, die sich mit etwas Hintergrundwissen und Unterstützung lieber auf die eigenen Sinne verlassen um ihren persönlichen Geschmack und Stil zu finden, anstatt mit elitären Luxusnamen anzugeben.

save the date teaser

 

Weil all das noch nicht genug des Genusses ist und ich fest daran glaube, dass man online zwar über Genuss sprechen, ihn aber nur offline und mit allen vorhandenen Sinnesempfängern erleben kann, wird es zu so manchem Thema auch begleitende Events geben, die von degustatorischer Vielfalt und kulinarischem Entdeckergeist geprägt sind.

Das erste Sneak Preview Event hat bereits am vergangenen Samstag hinter geschlossenen Türen stattgefunden. Zu Beginn mit leicht zitternden Fingern und später mit unglaublich wohliger Begeisterung durfte ich erleben, wie eine ausgewählte Runde kulinarischer Entdecker sich mit Vorsicht und immer mehr Mut unter meinen Erzählungen und Anleitungen an Neues heranwagten.

Eure Neugier darüber, wie und was dort stattfand, werde ich aber erst am Freitag stillen. Dann lest ihr mehr über den vergangenen Samstag sowie den kommenden 12. Dezember 2014, den ich schon verheißungsvoll auf facebook angekündigt habe.

Genau genommen handelt es sich jetzt also schon um zwei „Save the date“: den 12. Dezember in Hamburg und den 13. November 2014 hier auf GenussSucht.

Ich zähle auf euch, all ihr Genusssüchtigen da draußen!

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1 Comment

  • Reply GenussSucht | Einladung gouttes & goûts Soirée Champagne 14. November 2014 at 15:45

    […] erste Hürde ist genommen: im letzten Blogpost habe ich euch verraten, welche Herzensprojekte gerade in den Startlöchern stehen und meine […]

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