REZEPTE

It’s tarte time!

11. März 2012
Genuss_sucht_It's Tarte Time

Genug mit der Moral für diese Woche (sie ist ja auch fast vorbei). Nach meiner emotionalen Fleisch-Missionararbeit kommt nun was Süßes. Um Ehrlichkeit walten zu lassen: Ich bin keine große Bäckerin und mache in diesem Punkt meiner Mutter große Schande. Denn den lustig bunten Torten, die offensichtlich alle lieben, haben mein Bruder und ich schon immer den normalen Kuchen vorgezogen. Mein Bruder, komplett auf der Trockenkuchenseite (mit Ausnahme des Erdbeerbodens) und ich, am liebsten mit reich belegten Obstböden. Die Zwetschgenzeit ist meine liebste Jahreszeit – zumindest was Kuchen anbelangt.  Ein üppiger Zwetschgendatschi mit dünnem, festen Hefeboden und ganz dickem, süß-sauren Zwetschgenbelag. Ja, das ist genau meins. Mit Sahnetorte tut man mir dagegen nur selten Gutes und wenn mich doch alle Jahre mal der Heißhunger auf ein Stück Sahnetorte überfällt, ist mir in der Regel nach einem halben Stück auch schon wieder schlecht. Wenn aber gerade nicht Zwetschgenzeit ist, dann liebe ich Tartes, Tartes, Tartes. Hauchdünn mit Äpfeln oder Beeren, Tarte au Citron oder Tarte mit Johannisbeeren und Baiserhaube. Auch mit herzhaften Belägen, aber darum geht es ja nun gerade nicht. Sondern um die süßen Wochenendvergnügen, von denen man die ganze Woche träumt. Wie ich in den vergangenen Tagen.

Da ich morgen Kuchen verschenken möchte, gestern Lust auf ein kleines Obsttörtchen hatte und zudem heute guten Freunden eine kleine Mitbringsel-Freude machen wollte, wurde gestern vor dem Schwarzfederhuhn der Samstag einfach zum Vorbacken genutzt, kurzerhand die doppelte Menge Mürbeteig vorbereitet und am Ende kamen tolle Dinge raus.

Als Mitbringsel fungierten die leckeren Vollmilch-Salzkaramell-Zartbitter Tartelettes. Das Rezept dazu ist denkbar einfach: Fülle eine dreifache Portion Sünde in eine knusprige Mürbeteigschale, bestreue sie noch mit ein bisschen Fleur de Sel und warte lässig zurückgelehnt auf die Oooohs und Aaaaahs. Wenn das ganze dann auch noch mit den fantastischen Schokoladen von Valrhona geschieht, ist das Eigenlob auch nicht mehr weit entfernt. Et voilà: Das Teufelszeug.

[flickr id=“6954300644″ thumbnail=“medium_800″ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

[flickr id=“6954301004″ thumbnail=“medium_800″ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

Nachdem noch eine große rechteckige Form Mürbeteig gefüllt wurde, die momentan auf morgiges Verschlingen durch Arbeitskollegen wartet, blieben noch ein paar kleine Tartelettes für die Samstagsbelohnung frei.

[flickr id=“7100368521″ thumbnail=“medium_800″ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

Der Becher Mascarpone im Kühlschrank wollte unbedingt aufgegessen werden, ich hatte unbändige Lust auf Blaubeeren und der Rest ergab sich beim bloßen Gedanken an das Vergnügen schon von allein. Ich habe es sogar wieder geschafft, danach das Rezept für die Ewigkeit (oder wenigstens einen Bruchteil davon) festzuhalten bevor ich dann endlich genießen konnte. Die Tartes sind rahmig-fruchtig-frisch und der Zitronenthymian gehört für mich unbedingt dazu. Weil sein kräuterig-zitronig-kräftiges Aroma der Süße der Blaubeeren noch mehr Tiefe verleiht. Ich bin eben ein Kräuterjunkie. Nicht nur beim Kochen und bei Cocktails, sondern auch bei Pralinen (Thymian- oder Rosmarin-Ganache bringt mich beim Gedanken schon zum sabbern) und Törtchen – in diesem Fall diese leckeren Tartelettes. Bevor euch also die Augen aus dem Kopf fallen und eure Zungen am Bildschirm lecken (vielleicht seid ihr beherrschter, aber mir könnte sowas durchaus passieren): nachbacken!

[flickr id=“6954299152″ thumbnail=“medium_800″ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

[flickr id=“6954298644″ thumbnail=“medium_800″ overlay=“true“ size=“medium_800″ group=““ align=“none“]
BLAUBEER-HOLUNDERBLÜTEN-TARTELETTES MIT ZITRONENTHYMIAN

Für den Teig (für 8 Mini-Tarteformen oder 1 Tarteform à 26 cm):
125 g Butter
250 g Mehl
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei

Für die Füllung:
300 g Mascarpone
1 Zitrone, Abrieb und Saft
5 EL Holunderblütensirup
3 EL Puderzucker
Blaubeeren
Zitronenthymian

Backerbsen (oder andere Trockengemüse wie Bohnen, Kichererbsen o.Ä.)
Backpapier

Und los geht’s:
Zutaten für den Teig kurz verkneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Danach herausnehmen und 30 Minuten Zimmertemperatur annehmen lassen.

Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Teig in 8 gleich große Stücke schneiden. Jedes Stück auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und die Mini Teigformen damit auskleiden. Mit der Gabel einige Löcher in den Teigboden stechen. 8 passende Backpapierstücke zurechtschneiden, auf den Teig legen und gut mit Backerbsen bedecken. In den Ofen schieben und 10 bis 12 Minuten blindbacken. Backpapier mit Backerbsen entfernen und dann noch 5 – 7 Minuten weiterbacken. Gut im Blick behalten und den gewünschten Bräunungsgrad abwarten. Komplett auskühlen lassen.

Währenddessen Zitronenschale abreiben, beiseite stellen und Saft auspressen.  Mascarpone mit 3/4 des Zitronenabriebs, dem Saft von 1/2 Zitrone, Holunderblütensirup und Puderzucker glattrühren. Abschmecken und nach Wunsch noch mit Puderzucker oder mehr Zitronensaft abschmecken. Je ca. 1 gehäuften EL der Holunderblütencreme auf die Mürbeteigschalen geben, mit Blaubeeren garnieren, mit Zitronenthymianblättchen und etwas Zitronenschale bestreuen.

Wer den Zitronenthymian zu kräuterig findet, lässt ihn einfach weg.

Und nun:
Träumt schön von leckeren Törtchen!

 

You Might Also Like

5 Comments

  • Reply Marja 12. September 2013 at 00:29

    Liebe Steffi!
    Soeben habe ich nach genüsslichem Nächtlichem Baden den Abend Revue passieren lassen.
    Der Klassiker- eine Einladung zum Geburtstagsfeiern mit feinem Essen bei lieben Freunden. Aber ein Geburtstagskuchen muss sein oder doch eine Torte? Nein, eine feine Tarte ist der ideale krönende Abschluss eines wunderbaren Abends.

    Statt Mascarpone habe ich Creme fraiche Epaisse aus Isigny verwendet, wegen der anderen Konsistenz musste etwas Gelatine (4Blätter) helfen. statt Zitronenthymian kam Zitronenbasilikum auf die Tarte.

    Fazit von mir und Meiner Maman, begga:
    Tartissimo!
    Perfeito!

    Mit einem wirklich gutem Mürbeteig kann man ja nur unter größter Anstrengung etwas verderben, Aber deine Pate sucrée ist eine ideale Grundlage: knusprig, wohl ausgewogen süß und salzig.

    die kühle Creme überrascht mit deutlichem Zitrusaroma und überlässt trotzdem den spätsommerlichen Heidelbeeren die grandiose Hauptrolle. Das zitronenBasilikum ergänzt den Genuss mit etwas herber Exotik.

    Herzliche Grüße
    Marja und Begga

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 12. September 2013 at 14:51

      Oh wie schön, dass es euch geschmeckt hat 🙂

  • Reply Genuss sucht: Ein Stück Erfrischung, bitte 11. August 2013 at 12:32

    […] (siehe Rezeptanleitung hier): 125 g Butter 250 g Mehl 100 g Zucker 1 Prise Salz 1 […]

  • Reply Genusssucht 12. März 2012 at 22:27

    Schön, dass es euch geschmeckt hat!

  • Reply Anonymous 12. März 2012 at 19:15

    Das Vollmilch-Salzkaramell-Zartbitter Tartelettes war ein Traum. Das zweite werden wir wohl gleich heute Abend essen. Danke für dieses köstliche Mitbringsel:-)

  • Leave a Reply

    Ausrechnen, eintippen und dann absenden. * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

    Genuss bringt Menschen zusammen.
    Du willst mehr kulinarische Anekdoten und Rezepte? Dann trage dich für den Newsletter ein. Als Dankeschön erhältst du ein RECETTE DU WEEK-END mit allen Genussextras.