REZEPTE

Happy times mit rosaroter Brille

9. März 2013
Genuss_sucht_Happy Times mit rosaroter Brille

Es war eine überaus fantastische Woche. Die ersten Sonnentage dieses Jahres haben den herannahenden Frühling eingeläutet und auch wenn heute schon wieder einsam verirrte Schneeflocken an meinen Fenstern vorbei durch den Tag flatterten, gibt es nun kein Halten mehr für den Frühling. Eingepackt in die warme Winterjacke, mit Schal um den Hals und schnell über eiskalt ausgekühlte Hände übergestülpte Handschuhe, trug ich heute die ersten Primeln in mein Zuhause. Ein buntes Trio für die Fensterbank, damit man sich nicht mehr auf die Schneeflocken konzentrieren muss. Ihre Farben tragen allerlei Nuancen von rosa – denn so ist momentan meine Laune. Alles äußerst rosig. Man könnte nun misinterpretieren ich schwebte gerade auf Wolke sieben mit dem allerneuesten Frühjahrsflirt, aber in Wahrheit handelt es sich um eine ganz schön alte Liebe: Die Liebe zu meinem Leben. Zur Zeit sind wir beide wieder hochgradig ineinander verknallt.

Langsam aber sicher ist meine private Genusssucht in die berufliche übergewandert und ich finde meinen neuen beruflichen Alltag unglaublich erfüllend und bereichernd. Endlich darf ich das, was ich früher nur in freien Stunden ausleben durfte, nonstop machen. Ich konzipiere allerlei Menüs, spreche dauerhaft mit neuen Kontakten über Genuss, das Kochen, Produktethik und spinne neue Ideen aus. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich ich anderen erzähle, ich würde gerade nur ein bisschen lesen, obwohl ich dabei gerade neue Inspirationen aufsauge für neue L’Esprit Délicat Wunderwerke. Manches Mal behaupte ich, nur ruhig einen Kaffee zu trinken und sitze tatsächlich schon stundenlang vor einem Stapel Schmierpapier und konzipiere neue Menüs. Und es kommt vor, dass ich Anrufer auf später vertröste, weil ich meiner Aussage nach ein bisschen in der Stadt unterwegs bin, obwohl ich eigentlich auf dem Weg zu neuen Akquise- und Geschäftsterminen bin. Es mag klingen, als würde ich Dinge verharmlosen, verheimlichen, verklären – aber nichts dergleichen liegt mir im Sinn. Ich tue einfach nur, was ich liebe.

Die Geschehnisse fügen sich so selbstverständlich und unaufgeregt in mein Leben ein, dass es mich manchmal ernsthaft verwundert und seltener auch mal kurz erschreckt, wenn es mir eine Schocksekunde lang bewusst wird. Alles bewegt sich, entwickelt sich, transformiert sich. Mein Leben strahlt und ist im Fluss. Und mitten in seinen Strömen lasse ich mich einfach dahintreiben, genieße den Sog der Überraschungen und bin zutiefst glücklich, dass dieses Leben mich auch zurückliebt. So fühlt es sich an, wenn man dem Herzen folgt.

Good times are here, even better times are coming.

Kein Wunder also, dass ich alles durch eine rosa Brille sehe. Und diese Woche dazu passend auch mehrfach rosa essen musste. Nicht nur mein gutes altes Risotto en rose, das ich so sehr liebe, sondern generell Rote Bete, Rotkraut und Kirschen in all ihren Facetten. Aufregend pinke Dinge sind dabei entstanden und ich muss schon beim Anblick des Fotos sofort wieder lächeln. Die Nudel, die über den Tellerrand blickt und der dabei ganz rosa zumute wird. Ein bisschen erkenne ich mich in ihr wieder.

Schaut doch auch mal wieder über euren Tellerrand und beobachtet genau, was ihr dort findet.  Ich wünsche euch ein entspanntes Wochenende mit lustigen Kringeln und ganz viel rosa Laune.

Happy times für euch alle!

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ROSA SPAGHETTI MIT ROTKOHL, ROTE BETE UND THUNFISCH

Zutaten für 4 hungrige Menschen:
500 g Spaghetti
1/4 Kopf frischer Rotkohl
1 frische Rote Bete oder 1 bereits vorgegarte Rote Bete
1 TL Zucker
2 TL frisch geriebener Meerettich
Saft 1/2 ausgepressten Zitrone
100 g Crème Fraîche
5 EL Olivenöl
300g Thunfischfilet oder Thunfischsteak
4 Zweige Thymian
6 Zweige Minze
Salz, Pfeffer

Vorbereitung:

Rotkohlblätter in mundgerechte Stücke schneiden. Thunfisch in grob würfeln. Minz- und Thymianblättchen jeweils von den Stielen zupfen und fein hacken.

Rote Bete schälen (am besten mit Einmal-Handschuhen, da sonst die Hände lange rot bleiben) und in einem kleinen Topf mit 1 TL Zucker, einer Prise Salz und mit Wasser bedeckt weich kochen. Danach die Rote Bete abgießen und das Kochwasser dabei auffangen.

Die gekochte Rote Bete und ca. 100 ml des Kochwassers mit dem Meerettich pürieren, bis eine samtige Konsistenz entsteht. Dann die Crème Fraîche und den Zitronensaft zugeben und nochmals ganz kurz  durchmixen (nicht zu lange, sonst entstehen Butterflocken), mit Salz und Pfeffer und ggf. noch etwas mehr Meerettich kräftig abschmecken. Beiseite stellen.

Und so wird’s gemacht:

Nudelwasser mit einer ordentlichen Prise Salz aufsetzen, zum Kochen bringen und bissfest garen.

Währenddessen in einer Pfanne 3 EL Olivenöl bis kurz vor dem Rauchpunkt erhitzen, Thymian hinzugeben und die Thunfischwürfel darin von allen Seiten ca. 30-40 Sekunden anbraten, sodass sie innen noch roh bleiben. Danach sofort aus der Pfanne nehmen, mit der gehackten Minze vermengen und beiseite stellen.

In der Pfanne wieder 2 EL Olivenöl erhitzen, die Rotkohlstücke hinein geben und einige Minuten bei mittlerer Hitze anbraten bis sie etwas weicher werden, aber trotzdem noch Biss haben. Dann mit der Rote Bete Sauce ablöschen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und alles kurz heiß werden lassen.

Erst wenn die Nudeln aus dem Kochwasser abgegossen werden die Thunfisch-Stücke wieder kurz in der Sauce aufwärmen und sofort mit den Nudeln vermengen.

Bon Appétit!

 

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10 Comments

  • Reply Genusssucht Blog - Alles anders. 6. Mai 2013 at 19:20

    […] ist eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich von Happy Times berichtete, denn sie wurden einfach schlagartig unterbrochen. Das Leben spielte in den letzten […]

  • Reply Micha 16. April 2013 at 12:39

    Mir gehts wie Peter – ich entdecke dich auch neu!

    Und gleich mit einem meiner Feinliebchen, der Roten Bete.

    Zur Roten Bete muß ich dir Gutgelaunten einfach noch anfügen: Weißt du, mit was ein Veganer mich echt schocken kann? Wenn er keine Rote Bete mag. Ist doch wie wenn ein Vegetarier geschmolzenen Käse verabscheut…. tsss, Sachen gibts….

  • Reply Genusssucht Blog - Alles anders. | Genusssucht 13. April 2013 at 15:32

    […] ist eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich von Happy Times berichtete, denn sie wurden einfach schlagartig unterbrochen. Das Leben spielte in den letzten […]

  • Reply eisRINA 15. März 2013 at 23:08

    Wow, das klingt fantastisch und ist nachmachenswert. Bei Dir schaue ich jetzt bestimmt öfter vorbei. Schön, dass ich Genusssucht gefunden habe.

    Liebe Grüße aus Leipzig,
    Katharina

  • Reply Aus meinem Kochtopf 12. März 2013 at 10:00

    Erstaunlich.
    Dass man immer wieder auf Blogs stößt, die man nie zuvor gesehen hat.
    Und dann auch noch so tolle wie diesen hier.
    Deine Kombination oben finde ich überaus interessant, vor allem, weil es bei uns seit über 35 Jahren immer Freitags Spaghetti gibt. Natürlich in wechselnden Kombinationen.
    Diese hier werde ich definitiv ausprobieren 😉

    Mit leckerem Gruß, Peter

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 12. März 2013 at 11:59

      Lieber Peter, das Universum der Blogs scheint mir noch immer ein Unergründliches. So war mir Dein Blog bislang auch unbekannt. Aber darin werde ich auch gleich ein bisschen wühlen, weil der erste Eindruck ein vielversprechender ist. Viel Spaß bei der Freitags-Spaghetti-Revolution (bei mir ist es meist ein Freitags-Risotto)!

  • Reply Fee ist mein Name 9. März 2013 at 13:59

    Das Essen sieht so wunderschön aus, dass ich dafür sogar Rote Bete essen würde :)!

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 12. März 2013 at 11:56

      Liebe Fee, Rote Bete ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Probiere mal Zubereitungsarten, in denen sie nicht der blassen Erinnerung einer Scheußlichkeit gleicht. Oft hängen solche Aversionen einfach nur an einer bestimmten Art und Weise, wie sie Mütter/Omas/etc. früher zubereitet haben. Vielleicht schafft das Spaghetti-Rezept ja einen Durchbruch auf Deiner Speisekarte 🙂

  • Reply Françoise Weyna 9. März 2013 at 12:58

    Liebe Stéfanie,

    ja, alles sieht wunderschön aus, wenn man es durch die Brille der Liebe und Leidenschaft sieht. Es ist ein wunderbares Geschenk, das machen zu dürfen, wofür man brennt. Und das Rezept passt einfach toll dazu. 🙂 werde ich ausprobieren.

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 12. März 2013 at 11:54

      Liebe Françoise, die rosarote Brille werde ich auf jeden Fall noch eine Weile tragen. Und ein bisschen hoffe ich darauf, sie gar nicht mehr ablegen zu müssen 🙂

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