ESSEN REZEPTE

Frühlingsglühen

9. März 2014
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Sonntag. Die Sonne scheint, unüblich hell und wolkenfrei am Himmel für einen Sonntag noch vor dem offiziellen Frühlingsbeginn. Temperaturen, die Zweifel zwischen Winter- und Frühjahrsjacke bringen, krönen eine fast nahtlos sonnige Restwinterwoche. Frühlingsglühen im sonnenausgehungerten Herzen.

Ich bin ein Frühlingskind, geboren an einem Frühlingsanfang – daher kenne ich mich wirklich gut aus mit dem Frühling. Das kindliche Fiebern auf den Geburtstag ist mit fortschreitendem Alter dem Fiebern auf meine Lieblingsjahreszeit gewichen. Sie ist so besonders, weil der graue, nasskalte Winter, der in Hamburg unendlich lang Tristesse verbreitet, sich verabschiedet und für lange Zeit verschwindet.

Groß ist die Liebe zu den Tagen zwischen Winter und Frühsommer, die mit noch kühlen Temperaturen und erster Sonnenkraft nicht nur die Hormone, sondern vor allem auch Laune und Motivation wieder zum Schwingen bringen. Vögel zwitschern wahnsinnig laut von den noch kahlen Ästen der Bäume herab, fordern Aufmerksamkeit. Irre Hamburger tragen bei 10 Grad Außentemperatur entweder schon Ballerinas und Rock ohne Strümpfe oder sind fernab der Temperaturrealität noch in dicke Wollmützen und Schals eingemümmelt – weil die einen sich beim ersten Sonnenbad bereits die Vernunft verstrahlt  haben und die anderen dem Glück noch nicht trauen. Trotzdem scharen sich alle eng an eng in die wenigen Sonnenplätze der überlasteten Cafés, die das Glühwein-Angebotsschild noch nicht demontiert, aber soeben die ersten Freiluft-Bänke aus dem Keller geholt haben um dem Kundensturm gerecht zu werden.

Am Elbstrand liegend brannte sich der Frühling heute Schicht um Schicht in meinen Mantel, sodass ich letztendlich im dünnen Oberteil, jackenentkleidet, stundenlang dort sitzen und in bester Frühlingslaune verweilen konnte.  Trotz alledem war es viel zu kalt um die Schuhe auszuziehen und nackte Füße ins Wasser zu strecken. Kälte bohrte sich noch durch die Sohle der Schuhe. Frühling ist eben Frühling und noch lange kein Sommer.

Dennoch war das Wetter perfekt für das erste Tages-Outdoorerlebnis dieser Saison: Familienpicknick-Klassiker mit herrlich entspanntem Familienbesuch am Elbstrand. Was noch fehlte? Sonnencreme. Ein kleiner Grill. Und Sonntagskuchen zum Picknick-Dessert. Der war nämlich schon längst aufgegessen. Prädikat: zu lecker um ihn bis Sonntag aufzuheben.

Die Sonne, das kann ich euch als Frühlingskind verraten, schaut nun wieder öfter vorbei. Werft also Schals und Mützen von euch und bringt die Glühweinvorräte zusammen mit den Winterdepressionen in den Keller. Ab sofort bringt die Sonne unsere Wangen wieder zum Glühen.

Macht euch bereit für einen verheißungsvollen, gutgelaunten und entdeckungsreichen Frühling. In nicht einmal zwei Wochen ist er offiziell und kalenderbesiegelt. Ein guter Anlass für ein Stück Kuchen, so leicht und unkompliziert wie der Frühling. Schokoladig genug um den noch niedrigen Temperaturen zu trotzen, aber ausreichend leicht und fluffig um die Schwere des Winters hinter uns zu lassen.

Happy spring!

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SCHOKOLADENKUCHEN MIT KOKOS-QUARK-GUSS

60 g Butter
60 g Kokosfett
60 g Vollmilchschokolade
60 g Zartbitterschokolade
5 Eier
100g Kokosblütenzucker
Prise Salz
30 g Weizenmehl
40 g Mandelmehl
etwas Butter für die Backform

180 g Quark (40%ig)
3 EL Kokosmark
1 TL Kokosfett
1 EL Kokosblütenzucker
etwas Zartbitterschokolade zum Reiben

 

Zubereitung

Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Backform ausbuttern. 

Schokolade und Kokosfett in eine Metallschüssel geben und im Wasserbad schmelzen (nicht zu heiß werden lassen). Zu einer homogenen Masse verrühren und dann etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Eier, Zucker und Salz mit dem Rührgerät aufschlagen, bis die Masse hellgelb wird und in etwa doppeltes Mengenvolumen hat. Abgekühlte Schokolade in die Eiermasse rühren. Dann die Mehlmischung hinzugeben und nur ganz kurz bei kleiner Geschwindigkeit rühren, bis sie untergezogen ist. Masse in die gebutterte Backform geben, Oberfläche glattstreichen. Bei 160 Grad ca. 25 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen. Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Kokosfett und Kokosmark zusammen leicht erwärmen, bis sie sich gut miteinander vermengen lassen. Sofort den Kokosblütenzucker einrühren bis die Kristalle sich aufgelöst haben. Dann in den abgetropften Quark geben und gut vermischen.

Die Creme gleichmäßig auf dem Kuchen verstreichen und zum Schluss noch Schokolade darüber hobeln.

 

Bon Appétit!

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4 Comments

  • Reply Sandy 10. März 2014 at 11:26

    Ich glühe mit dir und ganz besonders mit diesem Kuchen. Und darüber hinaus macht ja dann auch der Mai alles neu und darauf freue ich mich! Ich wünsche dir eine schöne Zeit im Süden und dann sehen wir uns ja sehr bald in Düsseldorf!

    Fühl dich gedrückt,
    Sandy

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 10. März 2014 at 12:21

      Und wie der Mai alles neu machen wird! 🙂 Ich freue mich schon wahnsinnig auf Düsseldorf mit Dir… dann ist der Frühling ja auch bereits offiziell.

      Hab‘ eine sonnige Woche!

  • Reply Marja 9. März 2014 at 22:30

    Wie schön, lieben Dank für das Rezept und deine Gedanken!
    Ich musste leider das WE im Nordzimmer mit ungeputzter Schibe verbringen, damit ich nächstes WE mal keine Hefte habe. Aber immerhin, zwischendurch habe ich im Garten etwas altes Laub abgeschnitten und mich so gefreut, dass es darunter schon wieder schießt. Kroküsse und Narzissen, Tausende von Schneeglöckchen und der blaue Himmel haben ihr Übriges getan, so dass ich nur etwas wehmütig war. Denn wenn ich morgen den Rest schaffe, kommt Donnerstag der Wintergarten dran. Dort waren heute sommerliche Temperaturen, aber ansonsten eher Speisekammer-Flair…

    Liebe Grüße
    Marja

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 10. März 2014 at 12:18

      Liebe Marja,
      ich drücke Dir fest die Daumen, dass Du schnell mit all der Arbeit durchkommst und dann auch die wunderbaren Sonnenstunden genießen kannst.

      Einen fröhlichen Frühling wünsche ich!

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