ESSEN

Eine Runde im Karussell

20. April 2012
Genuss_sucht_Thaisuppe

Es kommt nicht sehr oft vor, aber zu manchen Zeiten dreht sich mein Leben schneller als meine Gedanken hinterher laufen können. Momentan sind solche Zeiten. Ich fliege durchs Lebens, fliege durchs Sein, durch mein Ich, fliege durch die Welt. Habe Träume, habe Verpflichtungen, habe Ansprüche, habe Zeit und damit so wahnsinnig viel vor, habe Mut und Courage, habe so viele Hoffnungen, habe eine schier unerschöpfliche Energie in mir, habe so viel Selbstvertrauen, so viel Weltvertrauen, so viel Liebe für meine Liebsten, habe Lyon so klar vor Augen. Mein Herz pocht unentwegt auf höchster  Frequenz.

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Ich fühle mich dabei wie ein Kind in einem großen Kettenkarussell, halte mich in diesem Gefühl mit beiden Händen, zu Beginn fast starr vor Aufregung, an den Ketten meines Karussellsitzes fest, lasse die Drehung zu, gewöhne mich an die Geschwindigkeit, werde noch mutiger als ich es sonst bin, halte mit heißen Händen die kühlen Ketten, wippe irrsinnig mit den Beinen im Takt der Bewegung, will noch schneller werden, reiße den Mund weit auf, verschlucke Luftstücke als ob es sich um süße Marshmallows handelt, gluckse laut um nicht vor Freude loszuschreien, schließe die Augen um den Rausch für einige flüchtige Sekunden vom pochenden Herzen in den überschäumenden Bauch wandern zu lassen, bin betäubt von Endorphinen, öffne die Augen wieder um mich zu versichern, dass es kein Traum ist, drehe meinen Kopf um zu sehen, was hinter mir liegt, Haare wehen ins Gesicht, zwischen Strähnen erkenne ich was war, lache laut in diese Welt und wende den Blick wieder nach vorn, fühle wie Adrenalin meinen ganzen Körper in Lichtgeschwindigkeit durchströmt, sehe was vor mir liegt, kann wegen Rausch und Tempo das Ziel nicht klar fokussieren, die vor Aufregung erkalteten Hände geben nach, gleiten an den Ketten entlang, lassen locker. Das Herz wächst sich ins Unermessliche, die Seele fliegt, der Geist hinterher. Alles dreht sich immerfort.

Solche Zeiten lassen kaum Zeit für kulinarische Eskapaden, suchen das kleine Vergnügen, weil andere Vergnügen gerade so verführerisch blinken und leuchten und sich in großen Schwällen über mein Leben ergießen. Und während die Tage im Rausch verstreichen und mein Appetit dem Lebenshunger weicht, bleibt nur Zeit für eine kleine Suppe, deren Wärme alles Glück meiner kleinen Welt gleichmäßig im Körper verteilt.

Ich wünsche euch einen aufregenden Ritt durch Zeit und Raum in den nächsten Tagen.
Lasst eure Herzen fliegen, eure Euphorie wild hüpfen und lasst das Glück euren Brustraum kitzeln.

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