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Eine Kelle voll Gemütlichkeit

12. Oktober 2012
Genuss_sucht_Eine Kelle voll Gemütlichkeit

Es ist wunderbar, wieviel Trost der Herbst mit seinen wechselnden Wetterlaunen und trotz aller hin- und herspringenden Temperaturen spenden kann. Stündlich regnet es einmal, wechselt dann wieder zu Sonne, weltuntergangsdunkle Wolken ziehen durch den Tag, manchmal an ihm vorbei. Ich habe meine Heizung angeschaltet vor wenigen Tagen, trinke literweise Tee, entdecke wie jedes Jahr die Gemütlichkeit von verabredungsfreien Abenden wieder, liebe meine Couch von tiefstem Herzen, höre ruhigen Jazz durch den ganzen Tag hindurch, fühle mich etwas träge und etwas faul, aber schlussendlich doch dank all der Ruhe und Gemütlichkeit sehr wohl.

Der Herbst verdient gekochtes Essen, bauchwärmende Suppen, gemütsanregende Currys, sättigende Eintöpfe und vor allem immer eine heiße Kanne Tee auf dem Stövchen. Und in besonderen Nachmittagsmomenten oder als später Tagesabschluss am Abend ist die heiße Schokolade zur Krönung des Tages, des Moments, des Herbstes unersetzbar. Weil die Füße ja schließlich kalt sind und das Wetter so fürchterlich. Eigentlich ist alles entschuldigt im Herbst. Alles, was der Seele, dem Körper und vor allem den kalten Füßen gut tut. Genau aus diesem Grund gab es diese Woche für mich nur eins: Suppe musste her. Sämig, winterlich, kräftig, fruchtig, würzig, schnell – alles zugleich und mit ein bisschen Knusperkrach dazu.

Die Vorratskammer gab noch ein Päckchen vorgekochte Maronen aus dem letzten Winter her, das ich in emsiger Bevorratungslaune (mein bei der Geburt vertauschter Zwilling muss ein Eichhörnchen gewesen sein) dorthin gepackt hatte, als ich den Winter noch nicht loslassen wollte. Natürlich habe ich es in der Begeisterung über Frühlingsgemüse und die anschließende leichte Sommerküche völlig vergessen. Aber haltbar war es ja noch als es mir wieder in die Hände fiel. Bereit also, die erste Maronensuppe der Saison zu kochen. In meiner Küche herrschte Überfluss an saftig-frischen Äpfeln, das Gemüsefach des Kühlschranks gab noch ein paar Stangen einer Selleriestaude her, die ihre besten Tage wohl schon vor einer Woche erlebt hatte. Die drei Generationen gehörten also zusammen in einen Topf: Maronen von letztem Jahr, Sellerie von vorletzter Woche, Äpfel von letzter Woche. Auch wenn ein Cidre, pünktlich geöffnet zum Blogst Twitter Treffen am Mittwochabend, sich ebenfalls gut zum Ablöschen geeignet hätte, entschied ich mich lieber für Weisswein, denn so blieb am Ende mehr Cidre zum trinken. Die wesentlich kräftigere Weisswein-Note passte am Ende glücklicherweise auch viel besser zur Suppe.

Was nach dem Pürieren so samtig-fruchtig-delikat daher kam, entlockte mir umgehend große Glücksgefühle. Während ich ein letztes bisschen Muskat in die Suppe rieb, ein Blick auf die Uhr 10 verbleibende Minuten bis zur TwitterVerabredung offenbarte kam mir die Idee, noch schnell ein kleines bisschen Knusperirgendwas auf die Suppe zu streuen. Weil erst ein kleines Topping aus einer fantastischen Suppe eine wirklich großartige Suppe macht. Großer Zufall, dass ich am gleichen Tag gerade ein rustikales Roggen-Nuss-Rosinen-Brot gebacken hatte – eigentlich als Begleitung zu einem Glas würzigem Rotwein und meinen Lieblingskäsen. Fix gewürfelt landeten zwei kleine Scheiben Brot zusammen mit vier in Scheiben geschnittenen Champignons in einer kleinen Butterpfanne. Butter-Brot-Croutons. Wie bei Oma, damals. Mit gebratenen Champignons, wie bei Mama damals. Danach habe ich das Glück in großen Löffeln verdrückt, freudig vor mich hin geknuspert und getwittert bis die Füße und das Herz wieder warm waren.

Ach, Herbstabende können so schön sein. Macht’s euch gemütlich!

 

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MARONEN-APFEL-SELLERIE-SUPPE MIT CHAMPIGNON-BROT-CROUTONS

Für 2 Personen:
3 mittlere säuerliche Äpfel (sollte geschält und geschnitten ca. 300 g ergeben)
150 g Stangensellerie
1 mittelgroße Zwiebel
3 Zweige frischer Thymian
1 frisches Lorbeerblatt
2 EL Butter
200 ml trockener Weißwein
400 g gekochte Maronen (aus dem Vakuum-Pack)
150 ml Sahne
frisch geriebene Muskatnuss nach Wunsch

Für das Topping:
eine handvoll Champignons
2 dicke Scheiben kräftiges Roggen- oder Roggen-Nuss-Brot
2 EL Butter

Vorbereitungen:

Für die Suppe Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Sellerie und Zwiebel ebenfalls in kleine Würfel schneiden.

Für das Topping die Brotscheiben in grobe Würfel schneiden. 1 EL Butter in einer Pfanne zerlassen und darin nacheinander die Brotwürfel und Champignons kross anbraten. Ggf. noch etwas Butter hinzugeben, falls sie nicht ausreicht. Je eine ordentlich Prise Salz und Pfeffer darüber geben und beiseite stellen.

Und so wird’s gemacht:

Butter in einem großen Topf schmelzen lassen. Apfel-, Sellerie und Zwiebelwürfel darin zusammen mit den Thymianzweigen und dem Lorbeerblatt dünsten bis die Zwiebeln glasig sind. Mit Weißwein ablöschen, Maronen hinzugeben und 2 Minuten köcheln lassen, bis der Wein etwas verkocht ist. Dann mit der Gemüsebrühe auffüllen, leicht salzen und pfeffern, aufkochen lassen und ca. 15 – 20 Minuten köcheln bis Sellerie und Maronen weich sind. Thymianzweige und Lorbeerblatt entfernen. Sahne zur Suppe hinzufügen und alles gut prürieren bis eine glatte Suppe entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. In Suppenteller füllen und mit dem Champignon-Brot-Croutons bestreuen.

Bon Appétit!

 

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