ESSEN REZEPTE

Ein Stück Erfrischung, bitte

11. August 2013
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Sonntag ist Kuchentag. Da gibt es keine Diskussion. Natürlich gibt es ein paar Ausnahmen von der Regel, aber wann auch immer es möglich ist, will ich sonntags ein Stück Kuchen essen. Meistens selbstgemacht, denn ein Stück schlechten Kuchen verschmähe ich lieber ganz und für ein Stück guten Kuchens muss ich meist quer durch die Stadt fahren, wozu ich sonntags nur äußerst selten bereit bin.

Der Kuchengedanke kam mir diesmal schon samstags. Denn beim Blick in die Gefrierschubladen fiel mir eine Kugel vorbereiteten Mürbeteigs in die Hand, ein Rest einer zuletzt zubereiteten Tarte. Der Rest war nicht mehr groß genug um eine meiner großen Tarteformen zu füllen, aber für zwei, drei Tartelettes sollte es mal mindestens noch reichen.

Aber was genau wollte ich damit anfangen? Unentschlossen schloss ich wieder die Gefrierschranktür, um die Hitzewelle aus dem Eis raus zu halten, hielt den Griff weiter fest, grübelte mit geschlossenen Augen, nach was mein Tartehunger wohl schmecken würde oder ob ich lieber doch ein Moelleux au Chocolat zubereiten solle.

Als ich die Augen wieder öffnete starrte ich das Basilikumtöpfchen auf der Fensterbank an. Ja, sowas! So ein bisschen frisch, ein bisschen fruchtig, ein bisschen kräuterig, ein bisschen süß, ein bisschen herb, ein bisschen krümelig, ein bisschen cremig und auch ein bisschen kalt. All das in einer Tartelette, genau das wollte ich haben.

Der Mürbeteig wechselte also kurzfristig seinen Wohnort und wurde zum Auftauen im Kühlschrank untergebracht. Danach eilte ich schnell noch zum Markt. Denn mir fehlte noch die Fruchtkomponente. Beim kritischen Blick auf all die Obststände becircte mich eine Schale weißer Johannisbeeren. Von meiner Vorliebe für die gesamte Johannisbeerfamilie hatte ich ja neulich schon hier berichtet. Kurzerhand wanderten sie also in meinen Einkaufskorb und ich eilte nach Hause.

Der Plan für die neue Rezeptkreation war schnell geboren. Basilikumsirup sollte in Joghurtcreme wandern, darauf sollten die hübschen Beeren thronen und von einem Hauch herben Matcha Puders und süßen Puderzuckers gekrönt werden.Ich könnte die einzelnen Komponenten schon in meinem Mund schmecken, so übermächtig war meine Tartelust plötzlich.

Dank des vorbereiteten Teigs waren die Tartelettes glücklicherweise wirklich schnell zubereitet. Das Schwerste daran war, die Joghurtmasse noch geduldig ein paar Stunden im Kühlschrank fest werden zu lassen und mich derweil abzulenken vom Gedanken an diese frisch-süß-sauer-herben Dingelchen.

Als ich am Nachmittag in gleißender Wohnungshitze das erste Teilchen verspeiste, war ich dankbar, dass es kein Moelleux au Chocolat war. Denn die Tartelettes waren genau wie ich es mir im Kopf ausgemalt hatte. Etwas herb durch den Matcha, mit leichter Süße, viel feinem Aroma der säuerlichen Johannisbeeren, mit krümeligem Boden und kühl-erfrischender Joghurtcreme. Der Sonntagkuchenwunsch reichte für einen ganzes glückliches Wochenende und schmeckte frisch aus dem Kühlschrank, mit zimmerwarmen Beeren belegt, besonders gut.

Vielleicht inspirieren euch diese Tartelettes zu einem weiteren sonnigen Sonntagskuchensonntag in der nächsten Woche. Oder noch viel schneller. Dann solltet ihr bald losgehen und weiße Johannisbeeren besorgen. Ganz bald bevor die Saison wieder vorbei ist.

 

Genuss sucht_ Weiße Johannisbeertarte

 

WEISSE JOHANNISBEER TARTELETTES MIT MATCHA UND JOGHURT-BASILIKUM-CREME

Zutaten für 8 Tartelettes oder 1 reguläre Tarteform:

Mürbeteig (siehe Rezeptanleitung hier):
125 g Butter
250 g Mehl
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei

Basilikum-Sirup:
200 g Zucker
200 ml Wasser
1 Bund Basilikum

Joghurt-Basilikum-Creme:
1/2 TL Agar-Agar
4 EL Basilikumsirup
1 EL Limettensaft
150 g Joghurt
50 g Schmand
250 g weiße Johannisbeeren
3 EL Puderzucker
1 TL Matcha Pulver

Vorbereitungen:

Mürbeiteig vorbereiten und blindbacken (siehe Rezeptanleitung hier). Tartelette-Böden anschließend komplett auskühlen lassen (kann auch schon am Vortag gemacht werden). Basilikum-Stengel vorsichtig waschen und trocken tupfen. Johannisbeeren waschen und von den Stielen zupfen.

Sirup:

Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen un ca. 10 Minuten köcheln lassen bis ein klarer Sirup, leicht angedickter Sirup entsteht. Den Topf von der Hitze nehmen, die Basilikumstengel in die Flüssigkeit legen, den Topf mit dem Deckel verschließen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach mit Hilfe einer Gabel die Stengel entfernen und den Sirup bedeckt beiseite stellen.

Joghurt-Basilikum-Creme:

Joghurt und Schmand glatt rühren. In einem sehr kleinen Topf den Basilikumsirup mit Limettensaft und Agar-Agar mit Hilfe eines Schneebesens verrühren und aufkochen. Ca. 1 Minute unter blubbernden Blasen weiterrühren, vom Feuer nehmen und schnell unter die Joghurtmasse rühren. Die Joghurt-Basilikum-Creme in die Tartellete-Böden einfüllen und im Kühlschrank. in mindestens 3 Stunden fest werden lassen.

Fertigstellen:

Die Tartelettes ca. 10 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. 2 EL Puderzucker mit dem Matchapulver vermengen und fein sieben, damit keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Die Tartelettes leicht mit der Matcha-Mischung bepudern, dann vorsichtig mit Johannisbeeren behäufen. Abschließend noch mit reinem Puderzucker bestäuben (je nach Säure der Johannisbeeren mehr oder weniger nehmen) und schnell servieren.

Bon Appétit!

 

Genuss sucht_ Weiße Johannisbeertarte2

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4 Comments

  • Reply Naddi 13. August 2013 at 10:47

    Hmmm yammi – das Schaut super lecker aus 🙂 Eine Frage: Agaragar habe ich leider nicht im Haus, wenn ich gelatineblätter nehme, wie viel müsste ich da nehmen? Würde mich über eine Antwort freuen. herzlichst nAdja

    • Genusssucht
      Reply Genusssucht 15. August 2013 at 21:01

      1 gehäufter Teelöffel Agar-Agar entspricht in der Regel 6 Gelatineblättern, deshalb sollte es auch mit 3 Blatt Gelatine klappen. Ausprobiert habe ich es aber noch nicht, also müsstest Du einfach den Versuch starten… 🙂 Viel Erfolg dabei, berichte gerne, ob es geklappt hat. Liebe Grüße

  • Reply Marja 12. August 2013 at 17:05

    Großartig!
    Seufz.

  • Reply zuhauseundunterwegs 11. August 2013 at 13:39

    definitiv – sonntag ist kuchentag. großartig frisch sehen deine TARTELETTES aus – so fein ton in ton. hab einen schönen Sonntag. Lg daniela

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