GENUSSSUCHT NEWS

Bienvenue, 2015!

12. Januar 2015
GenussSucht_Bienvenue_2015n

Da sitzen wir nun, vor einem neuen Block aus weißen Papieren, auf dem bislang nur einige winzig kleine Pünktchen gekritzelt sind. Was wissen wir schon über 2015? Nichts. Und das ist verdammt gut so.

Ich habe dieses Jahr alle Feiertage anders verbracht als in den meisten Jahren meines Lebens. Und mein Neujahrs-Blogpost kommt mit heute so spät wie nie zuvor. Aber es gab so viel zu tun, zu bedenken, zu sortieren und abzuschließen bevor die Feste begannen und nachdem die festlichen Spiele endeten. Erst um 3 Uhr nachts, also schon früh am Morgen des Heiligabend, war ich fertig mit der Arbeit von 2014. Trotzdem startete ich fröhlich und entspannt in den Countdown zum Jahresende.

Ich habe die Weihnachtstage mit Freunden und die Nicht-Weihnachtstage mit der Familie verbracht und Silvester im allerengsten Kreis höchst unspektakulär und dennoch großartig mit viel Wein, Champagner, Selbstreflexion und vor Lachen tränenden Augen zelebriert. Völlig improvisiert, weil bei meiner Rückkehr von den weihnachtlichen Tagen zurück in mein Wohnzimmer schon alle Geschäfte geschlossen hatten und meine Silvesterbegleitung sich mit mir aus allerletzten Resten ein Essen zusammenstellte. Ohne überhöhte Ansprüche, ohne riesige Vorbereitung, gänzlich ohne Tamtam, Chichi und Töfftöff. Es war mir ein Fest, die Feste so entspannt und erwartungslos anzugehen. Ich habe zu Ende gebracht, was zu Ende gebracht werden musste. Und das Neue trotzdem gebührend und mit höchster Wertschätzung begrüßt.

Im Herzen hat es schon viele Schläge geschlagen, im Kopf schon neue Ideen gesponnen – lange bevor das Feuerwerk am Himmel die Veränderungen einläutete.

Vorfreude, Neugier und Gelassenheit waren zu diesem Zeitpunkt im Einklang, wenngleich der Puls schon einen halben Takt schneller schlug, weil maßgebliche Veränderungen im Leben anstehen. In Gedanken nahmen schon viele Ideen Form und Gestalt an, der Stift in der Hand zittert bereits vorfreudig.

Die erste Skizze auf meinem Zettel mit der großen Überschrift „2015“ war ein Champagnerglas. Es sprudelte über mit feinen Perlen, flüsterte dabei leise die ersten Geheimnisse des Jahres in sein Knistern hinein. Ich hörte ihm gebannt zu und bestaunte die riesige weiße Fläche um die kleine erste Skizze herum, als am Neujahrstag der lang ersehnte Wandel das erste Mal auch die Realität durchdrang.

2015 ist, auch noch 11 Tage nach dem Jahreswechsel, der Weißraum auf dem Papier, der für alle Möglichkeiten, Hoffnungen, Wünsche, Träume und Fantasien noch genug Raum lässt. Ich kann, möchte und will euch unbedingt ermutigen eure Hoffnungen auflodern zu lassen, das Vertrauen ins Neue und Unbekannte auf feste Beine zu stellen.

Lasst uns ein neues Bild malen – jeder das Seine, das Eigene, das Wilde und Sanfte, das Große und Kleine, ganz wie ihr mögt und wie es beliebt.

Ein Bild, das wir vorher noch nicht gesehen haben, weil vorher 2014 war, oder ein ganz anderes Jahr, und wir einfach 2015 noch nicht sehen oder greifen konnten. Lasst uns Farben und Stifte benutzen, die wir noch nie oder lange nicht mehr in Händen hielten, die uns aber schon immer gefielen, und damit neue Konturen, Formen, Strukturen und Dimensionen finden. So kreiert jeder ein eigenes Kunstwerk, auf das wir am Ende dieses neuen Jahres mit Stolz und Erfüllung zurückblicken.

Macht 2015 zu eurer ganz persönlichen Werk- und Wirkungsstätte und feilt darin am schönsten Bild, das ihr euch vorstellen könnt.

Die ersten Elemente meines persönlichen Kunstwerks, das ich in 2015 zum Leben und Schillern bringen möchte, hat schon Umrisse, Schraffuren, einen Klang. Und ich habe mir drei Farben ausgesucht, die zum Malen bereit liegen: Blau, Weiß, Rot.

Was mich so lange davon abhielt, euch ein frohes neues Jahr zu wünschen, waren spontane Entscheidungen und eine unbändiger Drang nach dem, was mein Herz schon seit so Langem erfüllt. Es wird euch nichts Neues sein, wenn ich gestehe, dass mein Herz in den Farben der französischen Flagge gestreift ist.

Es trägt ein Croissant unter der Herzklappe und trällert immerzu Chansons.

Das tut es bereits zuverlässig seit vielen, vielen Jahren – und ihr wart zu Gast bei vielen Liedern, die es sang.

Es verging einige Zeit, bevor es sich in der Vielfalt der Liebeleien auf einen vorübergehend festen Ort einigen konnte, aber mit dem Ende der 2014-Erlebnisse schlug der Puls immer schneller, immer lauter, immer vehementer. So überzeugend, vereinnahmend und insistierend, dass selbst der ignoranteste Verstand ihn nicht mehr zügeln konnte. In immer höherer Frequenz war ich in Frankreich, die Wochen dazwischen quälten mich zutiefst. Es geschah, was geschehen musste: eine Entscheidung fiel.

Plötzlich gab es keinen Raum mehr für „irgendwo“, keine Zeit mehr für „irgendwann“, keine Entschuldigung mehr für „irgendwie“.

Mit einem Mal machte es nur noch unmissverständlich „Plopp!“. Wie ein Champagner, der beim Entkorken sein Geheimnis und seine Bestimmung lüftet. Lange hat er in der Flasche gewartet, bis die Zeit dafür reif ist, und dann kommt der Punkt, an dem er ins Glas springen möchte um seiner Bestimmung zu folgen. Für mich ist dieser Zeitpunkt jetzt gekommen.

2015 wird das Jahr, in dem sich das letzte bisschen Verstand vor dem Herzen zutiefst verneigt und ihm endlich nachgibt, Recht gibt, Raum gibt.

Es geht nach Frankreich, mitten ins Abenteuer, mitten ins Leben, mitten in die Champagne. Nicht für ein paar Tage, nicht für ein paar Wochen, nicht für ein einziges Projekt. Die Reise selbst wird das Projekt sein, die fortwährende Arbeit an meinen kulinarischen und genusskulturellen Sehnsüchten. Frankreich, das Land, das meine kulinarische Seele versteht und mich immer wieder fest in die Arme schließt.

Ich gehe nicht weg, ich komme nach Hause.

Die Kisten sind gepackt, Abschiedstränen auf den Wangen der allerengsten, allerechtesten Freunde getrocknet. Eine Interimswohnung wartet auf mich, im Herzen des großen, aufregenden Nichts. Mitten in der Champagne. Dort, wo Plopp und Prickeln, große Stille und aufregendes Überschäumen sich „Bonne Nuit“ wünschen.

Natürlich werde ich euch mitnehmen. In Worten, Bildern, vor allem aber im Herzen und in Gedanken. Das Abenteuer Frankreich braucht nicht mehr kommen, es hat schon vor vielen Jahren begonnen. Es war ein langes Vorwort, ein erstes Kapitel. Mit dem Silvesterläuten habe ich es zu Ende geschrieben. Auf dass ein neues Kapitel beginnen kann.

Ich wünsche euch allen ein aufregendes, genussreiches und abenteuerreiches neues Jahr. Genießt euch durch Raum und Zeit, feilt mit Mut und großem Vertrauen in die Fügungen dieser Welt an allem, was euch glücklich macht und glaubt an das, was euer Herz euch beständig zuflüstert.

Bis ganz bald, in der Champagne.

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