ALLTAGSKÜCHE ESSEN REZEPTE

Andere Sphären

8. August 2013

Wo bloß das Essen in diesem Blog bleibt, fragt ihr euch sicher mittlerweile. Ja, zugegebenermaßen schwebt mein Fokus lernbedingt gerade in anderen Sphären abseits des Essens und meine kulinarischen Anwandlungen beschränken sich auf kleine, einfache Gerichte oder solche, zu deren Fotodokumentation mir schlicht und ergreifend die Zeit fehlte.

Die Hitze der vergangenen Wochen tat dann ihr Übriges und abends erfreute ich mich allerlei frischer, lauwarmer Pastavariationen und unzähliger Salatteller. Es war das Einfache, das mich aus Zeitmangel reizte, manchmal mit etwas Raffinesse, aber nie mit viel Aufwand. Nach auslaugenden Lerntagen war ich meist durch die geistige Arbeit völlig ausgehungert und brauchte, sobald ich mir den Feierabend gönnte, sehr, sehr schnell etwas zu essen.

Als zusätzliche Schwierigkeitsstufe halte ich mich nach wie vor an meinen Ich-esse-meinen-Vorratsschrank-leer-Plan, der ja noch immer nicht seinen erfolgreichen Projektabschluss erlebt hat und deshalb eisern weitergetrieben wird. Diesmal drehte sich die Wochenaufgabe um ein Päckchen Rollgerste. Es stand mir ständig auf der Arbeitsfläche im Weg (natürlich war es bewusst störend platziert worden um es nicht zu vergessen) und außer wirklich herzhaften Speisen mit viel Käse oder deftigen Eintöpfen, die ich alle wegen ausbleibenden Wintereinbruchs wieder verwarf, fiel mir noch nicht recht ein, was ich damit anstellen wollte.

Doch dann, freitagabends, beim Gedanken an ein schon lange nicht mehr genossenes Freitagsrisotto und den Blick auf ein angewelktes Bund Rucola, entstand ein Plan. Ein äußerst passender, schließlich hatte ich durch all die verkosteten Weißweine trotz einiger Essenseinladungen in mein Alkoholiker-Heimnoch immer viele Weißwein-Reste, die verkocht werden konnten. Et voilà: Rollgersten-Risotto mit Rucola sollte es werden. Ein bisschen weniger schwer, nur mit einem kleinen bisschen kräftigem Käse, als Cremigkeits-Ausgleich ein bisschen Schmand, mit dem kleingehackten Rucola, der als Salat nicht mehr getaugt hätte. Gedacht, getan.

Mit Begeisterung schnippelte ich los, goß dabei zwei kalte Gläser Riesling in mich hinein, sang in Freitagslaune laut durch die Wohnung, erfreute mich an der fleißigen, hinter mir liegenden Lernwoche.

Heraus kam dabei ein äußerst leckeres Rollgersten-Risotto . Kein bisschen winterlich-deftig, sondern sehr frisch, kräftig und wohltuend. Wie ich nur so lange diese arme Rollgerste im Vorratsschrank vor sich hin rollen lassen konnte, ohne ihr Beachtung zu schenken, fragte ich mich spontan. Sie war eine echte Freitagsoffenbarung. So lecker, dass ich sicher schon bald darüber grübeln werde, ob ich es mir erlauben kann, ein neues Päckchen zu kaufen bevor alle anderen Vorräte aufgebraucht sind. Es bleibt abzuwarten, wie streng ich dann mit mir bin. Oder ob ich überhaupt wieder zum kochen komme in den nächsten Wochen.

 

[flickr id=“9442839862″ thumbnail=“large“ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

 

ROLLGERSTE-RISOTTO MIT RUCOLA UND SENF

Zutaten für 2 Personen:

200 g Rollgerste
150 ml trockener Weißwein
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
450 ml Gemüsebrühe
1 EL Schmand oder Crème Fraîche
1 TL Senf
1 handvoll Rucola
35 g kräftiger Käse
Salz, Pfeffer

Vorbereitung:

Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Käse reiben. Rucola waschen und trocknen sowie kleinschneiden. Gemüsefond erhitzen.

So wird’s gemacht:

Öl in einem Topf erhitzen und Schalotte und Zwiebelwürfel darin anschwitzen bis sie glasig sind. Dann die Rollgerste hinzugeben, kurz mit anschwitzen und mit einem Drittel des Weins ablöschen. Die Flüssigkeit einkochen lassen und mit den zwei letzten Dritteln Wein nochmals so verfahren. Sobald der Wein aufgebraucht istm nach und nach dien Gemüsefond hinzugeben, immer wieder einkochen lassen wie bei einem Risotto bis ein weiches, aber im Kern noch leicht bissfestes Risotto entsteht.

Dann den Schmand und Senf dazugeben und gut unterrühren. Sobald alles gut verteilt ist, noch den Käse hinzufügen und beim Rühren schmelzen lassen. Zuletzt den kleingeschnittenen Rucola unterhebn.  Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

 

[flickr id=“9440054619″ thumbnail=“large“ overlay=“true“ size=“large“ group=““ align=“none“]

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Marja 8. August 2013 at 22:41

    Großartig!
    Kann heute auch Erfolg vermelden: der Vin de Cassis ist ein echter Genuss geworden, so dass ich noch eine zweite Portion angesetzt habe… Es ist Wodka geworden. Danke für den Rat!
    Außerdem drei Sören Aufstriche mit Obst: Stachelbeeren mit Portwein. Aprikosen mit Heidelbeeren und Gin. Cassis, Stachelbeeren. Und Rum.
    Herzliche Grüße

  • Leave a Reply

    Ausrechnen, eintippen und dann absenden. * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

    Genuss bringt Menschen zusammen.
    Du willst mehr kulinarische Anekdoten und Rezepte? Dann trage dich für den Newsletter ein. Als Dankeschön erhältst du ein RECETTE DU WEEK-END mit allen Genussextras.