Genussdezember RECETTE DU WEEK-END

4. Genussdezember | Eine Vorspeise fürs Nikolausmenü

4. Dezember 2015
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Fast haben wir es geschafft, die erste Adventswoche entspannt zu verbringen. Und nun steht das erste weihnachtliche Event als Generalprobe unserer Entspannung bevor: das Nikolaus-Wochenende. Ich hoffe, ihr habt eure Gedichte fleißig eingeübt, damit der Rotgestiefelte Bärtige euch ein Fläschchen Wein vorbei bringt. Oder wenigstens ein bisschon Schokolade als Trostpreis dalässt, wenn ihr nicht brav wart und, wie ich, lieber kulinarische Abenteuer erlebt hat anstatt euch zu benehmen.

Ich habe nichts vom alten Mann auf dem Schlitten zu erwarten, ich habe das ganze Jahr über nonstop gesündigt.

Und war auch nicht immer so brav, wie ich es hätte sein sollen. Aber anstatt in schuldbewusster Schockstarr auf meine absolut verdiente Schelte und Verdammung zu warten habe ich einfach mal vorsorglich Versöhnungsmaßnahmen ergriffen und, wie ich es bereits angekündigte, ein Nikolausmenü mit 3 Gängen gekocht. Wenn schon mir nichts mehr gebracht wird, dann doch wenigstens euch 🙂

Das Nikolausmenü ist so zusammengestellt, dass sich ganz einfach in kleinen Etappen vorbereiten lässt: ab heute jeden Tag ein überaus unkomplizierter Gang. Heute geht es mit der Vorspeise los. Wenn ihr sie gleich in doppelter Menge zubereitet, könnt ihr heute noch ein Abendessen daraus machen und den Rest für Sonntag zum Aufwärmen aufheben. Ganz schön clever, was?

Im Nikolausmenü wird verarbeitet, was ohnehin in den meisten Nikolausstiefeln steckt: Orangen, Nüsse, Schokolade und dazu noch eine ganze Menge weihnachtlicher Gewürze.

Nikolausmenü Teil 1: die Vorspeise

Et voilà: Eine Kürbis-Karotten-Zimtblüten-Suppe mit Kardamom-Schaum. Eine überaus cremige Vorspeise, die ganz ohne Sahne auskommt. Sucht euch den feinaromatischsten Kürbis, den ihr finden könnt, am besten Moschuskürbis, dazu gehören zum Beispiel Butternut- oder Muskatkürbis. Er erzeugt püriert schon eine besonders glatte und cremige Grundkonsistenz.

Neben dem Kürbis sind aber vor allem die Gewürze ausschlaggebend. Versucht unbedingt Zimtblüten zu erhalten (am besten schon gemahlen, ich habe zuhause die Zimtblüten von Ingo Holland Altes Gewürzamt). Im Aroma haben sie nur wenig mit dem bekannten Zimtpulver zu tun, das aus der harten Rinde der Pflanze gemahlen wird. Natürlich erkennt man die Verwandtschaft in beiden, aber die Zimtblüte ist wesentlich würziger, vollaromatischer, fruchtiger und weniger süß und staubig im Geschmack. Neben den Zimtblüten folgen dann noch Ingwer wie auch ordentlich Muskatnuss und am Schluss, kurz bevor die Suppe am Tisch ausgelöffelt wird, kommt dann nich eine kleine würzige Kardamom-Schaumhaube obenauf. So einfach, so gut und trotzdem raffiniert.

Morgen geht es dann weiter mit dem Hauptgang des Nikolausmenü.

Es gibt Wildgeflügel, genau gesagt Perlhuhn à l’orange mit Süßkartoffelgratin. Wunderbar rustikal, passend für die ganze Familie und trotzdem fein genug für den Ehrengast mit Jute. Obendrauf gibt es noch eine passende Weinvorstellung, damit die Stimmung trotz Schelte nicht in den Keller sackt. Und gewinnen kann man den Wein auch noch!

Also, ihr Adventsgenießer, wir lesen uns morgen zum Hauptgericht wieder.
Genießt bis dahin euren 4. Genussdezember!

 

Kürbis-Karotten-Zimtblüten-Süppchen mit Kardamom-Schaum

Zutaten für 4 Personen

1 kg Moschuskürbis, hier: Muskatkürbis (von Kernen und ggf. Schale befreit)
350 g Karotten
1 große Zwiebel
ein Stück Ingwer (ca. so groß wie eine Litschi)
3 EL neutrales Speiseöl
1 EL brauner Zucker
ca. 1/2 Muskatnuss
1/2 säuerlicher Apfel (z.B. Cox Orange)
2 gestrichene TL gemahlene Zimtblüten (kein normaler Zimt von der Zimtrinde)
300 ml Vollmilch
4 Kardamom-Kapseln
4 zerstoßene schwarze Pfefferkörner
Salz, weißer Pfeffer

Zwiebel, Karotten, Ingwer und Apfel schälen. Zwiebel und Ingwer in feine Würfel schneiden, Karotten, Kürbis und den halben Apfel in jeweils grobe Stücke.

Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze ca. 1-2 Minuten glasig andünsten. Dann die Karotten-, Kürbis-, Ingwer und Apfelstücke hinzufügen und ca. 5 Minuten unter gelegentlichem umrühren weiterdünsten. Den Zucker über das Gemüse streuen, alles vermengen und weitere 5 Minuten sanft ankaramellisieren lassen. Eine ordentliche Prise Salz hinzufügen,die halbe Muskatnuss hereinreiben und das Gemüse knapp mit Wasser bedecken. 40 Minuten auf niedriger bis mittlerer Stufe sanft vor sich hin köcheln lassen.

Sobald das Gemüse weich gekocht ist den Topf vom Herd nehmen und die Masse mit dem Mixstab zu einer homogenen Suppe pürieren. Gegebenenfalls mit etwas Wasser bis zur gewünschten Konsistenz auffüllen und mit Salz, weißem Pfeffer und ggf. noch etwas Muskatnuss abschmecken. Dann das Zimtblütenpulver zufügen, noch einmal kurz erhitzen (aber nicht mehr kochen weil sonst das Zimtblütenaroma verkocht), zur Seite stellen und mit geschlossenem Deckel mindestens 15 Minuten, besser über Nacht ziehen lassen.

Kardamom Kapseln im Mörser aufbrechen, die Schalen entfernen. Die Pfefferkörner und Kardamomsamen grob im Mörser zerstoßen und danach mit der Milch und einer kleinen Prise Salz in einem kleinen Topf ca. 10 Minuten sanft wallen lassen. Körner heraussieben und die Milch  abkühlen lassen.

Kurz vor dem Servieren mit einem Milchschäumer, Quirl oder Siphon aufschäumen, während die Suppe aufwärmt. Suppe auf Teller verteilen und mit einer kleinen Schaumhaube versehen.

Bon appétit!

 

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1 Comment

  • Reply 21. Genussdezember | Vorbereitungsplan für das Weihnachtsmenü - GenussSucht 21. Dezember 2015 at 13:04

    […] ihr im Nikolausmenü anhand der tageweisen Vorbereitung von Vorspeise, Hauptgericht und Dessert gesehen habt, macht die Zubereitung eines Menüs dann besonders viel […]

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